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Track 14: Elektrolyte im EKG

Warum Ionen das EKG formen, die Stufen der Hyperkaliämie und der Notfall, Hypokaliämie mit U-Welle und falscher QT-Zeit, Kalzium als Strecke statt Welle — und warum das EKG dafür unempfindlich ist. Mit Werkzeug, acht Fällen und Quiz.

Lektion 1

Warum Ionen das EKG formen: das Aktionspotenzial

Das EKG zeichnet Spannungen auf. Spannungen entstehen, wenn geladene Teilchen durch Membranen wandern — und welche Teilchen das sind, bestimmt die Form jeder Welle. Wer das einmal verstanden hat, muss die Elektrolytzeichen nicht auswendig lernen; er kann sie herleiten.

Das Aktionspotenzial in drei Phasen

Eine Herzmuskelzelle ist in Ruhe innen negativ geladen, etwa −90 Millivolt — das Ruhepotenzial, und es wird vom Kalium bestimmt: Innen ist viel davon, außen wenig, und das Verhältnis legt die Spannung fest. Kommt die Erregung, öffnen sich Natriumkanäle, die Zelle wird in einer Millisekunde positiv: der Aufstrich, im EKG der QRS. Dann folgt ein Plateau von zwei- bis dreihundert Millisekunden, in dem Kalzium einströmt und die Zelle positiv hält — die Zeit, in der der Muskel sich zusammenzieht; im EKG die ST-Strecke. Zuletzt strömt Kalium aus, die Zelle kehrt zu −90 zurück: die Rückbildung, im EKG die T-Welle. Das Aktionspotenzial ist also eine Abfolge von drei Ionen, und das EKG ist seine Summe über Millionen Zellen.

PhaseIonIm EKGWas sich ändert, wenn das Ion sich ändert
Ruhe (4)KaliumNulllinieHohes Kalium hebt das Ruhepotenzial: Zellen schwerer erregbar, Leitung langsam — P flach, PQ lang, QRS breit
Aufstrich (0)NatriumQRSHängt vom Ruhepotenzial ab; bei hohem Kalium langsamer
Plateau (2)KalziumST-StreckeWenig Kalzium: Plateau lang, Strecke lang, QT lang. Viel Kalzium: kurz
Rückbildung (3)KaliumT-WelleViel Kalium: schnell und steil — T hoch, schmal. Wenig Kalium: langsam — T flach, U-Welle
Der eine Satz: Ein Ion verändert eine Phase, und die Phase ist im EKG ein Abschnitt. Kalium formt die T-Welle und, wenn es hoch genug ist, die ganze Leitung. Kalzium formt die ST-Strecke.

Warum das dich angeht

Kalium und Kalzium stehen auf fast jedem Laborzettel, und ihre Störungen sind die häufigsten, die ein EKG verändern — bei Nierenkranken, unter Diuretika, nach Erbrechen, nach Operationen. Wer den Mechanismus kennt, erkennt den Dialysepatienten mit der Sinuswelle, bevor das Labor zurück ist.
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