Track 26: Untersuchungstechniken: Schulter, Hüfte, Knie, Rücken
Die Handvoll Tests, die in der Sprechstunde zählen, jeder mit Durchführung an der Figur, dem, was er diagnostiziert oder ausschließt, seiner Güte und seinen Grenzen. Mit Trainer in vier Regionen, der Wurzeltabelle und zehn Fällen.
Fünf Regeln, Neutral-Null und die Warnzeichen
Die Frage in der Weiterbildung lautet selten „Welche Tests gibt es?“. Sie lautet: Welche brauche ich, wie mache ich sie so, dass das Ergebnis etwas wert ist, und was sage ich danach dem Patienten? Dieser Track beantwortet sie für Schulter, Hüfte, Knie und Rücken mit je einer Handvoll Tests. Jeder Test hat denselben Aufbau: wie man ihn durchführt, was man damit diagnostiziert oder ausschließt, und wo er täuscht. Vorher aber fünf Regeln, die für alle gelten.
Fünf Regeln, die jeden Test besser machen
| Regel | Warum | Was es praktisch heißt |
|---|---|---|
| Erst schauen, dann tasten, dann bewegen | Inspektion und Gang sieht man nur, wenn man sie vor dem Anfassen ansieht; danach ist der Patient in Schonhaltung | Beim Hereinkommen beobachten: Hinken, Schonhaltung, wie er die Jacke auszieht, wie er sich setzt |
| Immer im Seitenvergleich | Beweglichkeit, Aufklappbarkeit und Kraft sind individuell; die Gegenseite ist der Referenzwert, den der Patient mitbringt | Die gesunde Seite zuerst: Sie zeigt dem Patienten, was kommt, und der Untersucherin, was normal ist |
| Den bekannten Schmerz reproduzieren | Ein Provokationstest ist positiv, wenn er den Schmerz auslöst, weswegen der Patient da ist, nicht irgendein Ziehen | Vor dem Test fragen, wo es wehtut; nach dem Test: „Ist das der Schmerz, den Sie kennen?“ |
| Aktiv vor passiv, passiv vor Widerstand | Aktive Einschränkung mit freier passiver Beweglichkeit heißt Muskel oder Sehne oder Schmerz; passive Einschränkung heißt Gelenk oder Kapsel | Erst der Patient allein, dann die Hand der Untersucherin, dann der Widerstand |
| Ein Test ist ein Wahrscheinlichkeitsschieber, kein Urteil | Kein Einzeltest hat Sensitivität und Spezifität über 90 Prozent; die Kombination aus Anamnese, zwei oder drei Tests und Verlauf entscheidet | Sensitive Tests schließen aus, wenn sie negativ sind (Lasègue, FADIR); spezifische bestätigen, wenn sie positiv sind (Lift-off, Drop-Arm, gekreuzter Lasègue) |
Die Neutral-Null-Methode in einem Absatz
Jede Bewegung wird aus der Neutralstellung in zwei Richtungen gemessen und als drei Zahlen notiert, die Null in der Mitte: Knie Extension/Flexion 0/0/130 heißt: keine Überstreckung, volle Streckung erreicht, Beugung bis 130 Grad. Steht die Null nicht in der Mitte, fehlt die Neutralstellung: Knie 0/15/110 heißt Streckdefizit von 15 Grad. Diese drei Zahlen sind der Befund, der in jedem Brief verstanden wird, und das Verlaufsmaß in drei Monaten.
Was vor jedem Test kommt: die Warnzeichen
| Region | Heute abklären | Warum |
|---|---|---|
| Alle | Fieber mit heißem, geschwollenem Gelenk; Trauma mit Fehlstellung oder Unfähigkeit zu belasten; neu aufgetretene Lähmung | Septische Arthritis, Fraktur, Nervenschaden: hier ersetzt kein Test die Punktion, das Bild oder die Klinik |
| Schulter | Plötzliche Unfähigkeit, den Arm zu heben nach Sturz; Luxation; Schmerz mit Dyspnoe oder Thoraxschmerz | Große Manschettenruptur, Luxation; und die Schulter, die vom Herzen oder der Gallenblase kommt |
| Hüfte | Belastungsunfähigkeit nach Sturz beim Älteren, auch ohne Fehlstellung; Leistenschmerz beim Kind oder Jugendlichen mit Hinken | Schenkelhalsfraktur ohne Verkürzung; Epiphysiolyse, Morbus Perthes, Coxitis |
| Knie | Ottawa-Kriterien: Alter über 55, Druckschmerz Patella oder Fibulaköpfchen, Beugung unter 90 Grad, keine vier Schritte möglich | Dann Röntgen; ohne eines dieser Zeichen ist die Fraktur nach Trauma sehr unwahrscheinlich |
| Rücken | Reithosenanästhesie, Blasen- oder Mastdarmstörung, fortschreitende Parese, Fieber, Tumor bekannt, Gewichtsverlust, Alter über 65 mit Kortison und Sturz | Cauda equina, Spondylodiszitis, Metastase, osteoporotische Fraktur: die abwendbar gefährlichen Verläufe |
Nach den Lehrbüchern der klinischen Untersuchung und den Metaanalysen zur Testgüte (Hegedus 2012, Benjaminse 2006, Smith 2015, Reiman 2015, van der Windt 2010, Laslett 2005), der DEGAM-S3-Leitlinie Nackenschmerzen, der S3-Leitlinie Gonarthrose und der NVL Kreuzschmerz. Die Zahlen zur Testgüte sind Orientierung, keine Rechengrößen. Am Patienten gilt die Untersuchung im Zusammenhang, nicht ein Test.
Hat dir das etwas gebracht? Dann teil den Link mit jemandem, dem es auch helfen könnte — und folge uns, dann verpasst du das nächste Werkzeug nicht.