Wo die Ischämie sitzt, sagt die ST-Strecke
Im Ischämieareal fließt ein Läsionsstrom, der auf die betroffene Wand zeigt.
Alles Weitere ist Geometrie: Wer auf die Wand schaut, sieht eine Hebung — wer von der anderen Seite schaut, dieselbe Größe mit umgekehrtem Vorzeichen. Die spiegelbildliche Senkung ist hier nicht eingetragen, sie fällt aus der Rechnung heraus.
Wo ist das Ischämieareal?
Im geschädigten Areal fließt ein Läsionsstrom, der nach außen auf die betroffene Wand zeigt. Alles Weitere ist Geometrie.
Was kein Infarkt ist
Eine Hebung erkennen kann jeder. Die Kunst ist, sie nicht zu befunden, wo sie nicht hingehört.
Vorderwand (anteroseptal) — durchgreifend, Akutstadium
Deutliche ST-Hebung, die in die T-Welle übergeht. In den gegenüberliegenden Ableitungen die spiegelbildliche Senkung.
Die ST-Werte sind 60 ms nach dem J-Punkt gemessen — dort, wo man am Papier misst. Ein kleines Kästchen sind 0,1 mV. Lehrmaterial, keine klinische Entscheidungshilfe: Die Grenzwerte, ab denen eine Hebung als Infarktzeichen gilt, hängen von Ableitung, Alter und Geschlecht ab und stehen in den Leitlinien.
Jetzt du: Was ist das — und gibt es eine Gegenseite?
Sechzehn EKGs ohne Namen, zehn davon echte Aufzeichnungen aus PTB-XL. Die Reihenfolge der Fragen ist immer dieselbe: Wo ist eine Hebung? Gibt es gegenüber eine Senkung? Ist der QRS breit? Steht schon eine Q-Zacke da?
Zehn Fragen zur Ischämie im EKG
Nach jeder Antwort steht, warum sie richtig oder falsch war.
Warum sieht man beim Hinterwandinfarkt in aVL eine ST-Senkung, obwohl dort nichts beschädigt ist?
Der eine Satz, um den alles geht
Eine ST-Hebung ohne Gegenseite ist etwas anderes als eine mit. Beim Infarkt gehört die spiegelbildliche Senkung zum Bild, weil ein Vektor zwei Enden hat. Bei der Perikarditis fehlt sie — dort ist nicht eine Wand betroffen, sondern das Herz ringsum.
Die Kurven sind gerechnet, nicht aufgezeichnet. Die Richtungen der Wände sind Lehrbuchnäherungen, und die Zuordnung der Wände zu den Erregungsgebieten des Modells ist eine Festlegung — beides offengelegt in docs/EKG_KRITERIEN.md. Die frühe Repolarisation ist nachgebildet und nicht hergeleitet. Lehrmaterial, keine klinische Entscheidungshilfe.