Für Patientinnen und Patienten · Lesezeit 6 Minuten · Version 1.0 · Ärztlich geprüft am 7. Oktober 2026 · nächste Durchsicht bis 7. Oktober 2027

Magen-Darm-Infekt: Trinken ist die Behandlung

Erbrechen und Durchfall kommen fast immer von Viren und sind nach ein bis drei Tagen vorbei. Gefährlich wird es nur, wenn der Körper austrocknet. Hier steht, woran Sie das erkennen, wie viel Sie trinken müssen und was in das Glas gehört. Cola und Salzstangen sind es nicht.

Das Wichtigste in drei Sätzen

  1. Trinken Sie in kleinen Schlucken, über den Tag verteilt, mit Salz und etwas Zucker darin.
  2. Essen Sie, sobald Sie Appetit haben. Hungern verlängert den Durchfall eher.
  3. Blut im Stuhl, hohes Fieber, nichts bleibt drin, kaum Wasserlassen: dann noch heute in die Praxis.

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Gehört das in die Praxis? Der Wegweiser

Diese Zeichen sind selten. Wenn eines zutrifft, sollte jemand hinsehen.

Kreuzen Sie an, was zutrifft. Trifft nichts zu, lassen Sie alles leer.

Kein Warnzeichen: ein gewöhnlicher Magen-Darm-Infekt

Unangenehm, aber ungefährlich. Die wichtigste Behandlung ist Trinken. Melden Sie sich, wenn ein Warnzeichen dazukommt oder es nach drei Tagen nicht besser ist.

Ihre Häkchen werden nicht gespeichert. Für Säuglinge und Kleinkinder gilt die Liste nicht: Bei Erbrechen und Durchfall bitte am selben Tag in die Praxis.

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Wer war es, und wie lange dauert es?

Die drei häufigsten Auslöser. Welcher es war, lässt sich meist nur raten, und für die Behandlung ist es fast egal.

Noroviren

Der häufigste Auslöser bei Erwachsenen, vor allem im Winter

Beginn
12 bis 48 Stunden nach Ansteckung
Dauer
1 bis 3 Tage
Typisch
Schwallartiges Erbrechen, dann Durchfall, sehr ansteckend

Rotaviren

Vor allem Kleinkinder, Erwachsene seltener

Beginn
1 bis 3 Tage
Dauer
3 bis 7 Tage
Typisch
Wässriger Durchfall, Fieber

Bakterien aus Lebensmitteln

Campylobacter, Salmonellen; Geflügel, rohe Eier, Rohmilch

Beginn
6 Stunden bis 3 Tage
Dauer
3 bis 7 Tage
Typisch
Krampfartige Bauchschmerzen, Fieber, manchmal Blut im Stuhl

3

Wie viel trinken? Der Rechner

„Viel trinken“ ist keine Zahl. Hier ist eine.

Heute insgesamt

3,2 l

16 Gläser à 200 ml

Je wacher Stunde

200 ml

knapp ein Glas

Bei Erbrechen

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Schlucke alle 10 Minuten

Das ist eine Faustregel aus der Praxis für einen sonst gesunden Erwachsenen, keine Studienzahl. Bei Herz- oder Nierenschwäche gilt sie nicht: Dann bitte anrufen, die Menge ist dort ärztlich festzulegen.

Was in das Glas gehört

Elektrolytlösung aus der Apotheke

Gut belegt

Wasser, Salz, Zucker und Kalium im richtigen Verhältnis. Der Zucker ist kein Luxus: Er hilft dem Darm, das Salz und damit das Wasser aufzunehmen.

Das Hausrezept

Gut belegt

Ein Liter abgekochtes Wasser, sechs gestrichene Teelöffel Zucker, ein halber gestrichener Teelöffel Salz. Dazu ein Glas Orangensaft oder eine zerdrückte Banane für das Kalium. Schmeckt fad, wirkt.

Tee mit etwas Zucker und einer Prise Salz, verdünnte Brühe

Einige Studien, kleine Wirkung

Besser als Wasser allein, weil Salz dabei ist. Brühe liefert Natrium, Tee mit Zucker Energie.

Nur Wasser

Wenige, kleine Studien

Besser als nichts, aber ohne Salz bleibt es schlechter im Körper. Bei starkem Durchfall reicht es nicht.

Cola und Salzstangen

Schadet eher

Der Klassiker ist falsch. Cola hat viel zu viel Zucker, das zieht Wasser in den Darm und verstärkt den Durchfall. Salzstangen liefern Salz, aber kein Kalium. Wer Salzstangen mag, darf sie essen, aber zur Elektrolytlösung.

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Was hilft, und was nicht

Geordnet danach, wie gut es belegt ist. Zwei Überraschungen sind dabei.

Trinken in kleinen Schlucken

Gut belegt

Die Behandlung. Lieber alle zehn Minuten ein paar Schlucke als ein Glas auf einmal, das kommt sonst zurück. Menge nach dem Rechner oben.

Essen, sobald Sie Appetit haben

Gut belegt

Es gibt keinen Grund zu hungern. Leicht und klein: Zwieback, Reis, Kartoffeln, Banane, Haferschleim, Brühe mit Nudeln. Was Sie vertragen, ist richtig. Fettiges, Scharfes, Alkohol und viel Rohkost erst wieder, wenn es vorbei ist.

Milch vorsichtig

Einige Studien, kleine Wirkung

Nach einem Durchfall verträgt der Darm für einige Tage weniger Milchzucker. Joghurt geht meist, ein Glas Milch nicht unbedingt.

Ruhe, aber keine Bettruhe

Einige Studien, kleine Wirkung

Der Körper braucht Kraft fürs Trinken und Erholen. Bewegen Sie sich, wie es geht.

Loperamid nach Packungsbeilage

Einige Studien, kleine Wirkung

Stoppt den Durchfall für eine Reise oder einen Termin, heilt aber nichts, und der Darm scheidet die Erreger langsamer aus. Frei verkäuflich für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf: zu Beginn 4 mg, danach 2 mg nach jedem flüssigen Stuhl, höchstens 12 mg am Tag, ohne ärztlichen Rat höchstens zwei Tage. Nicht bei Fieber, nicht bei Blut im Stuhl, nicht nach einem Antibiotikum, nicht für Kinder unter zwölf.

Probiotika

Nach westlichen Studien nicht belegt

Die große Cochrane-Übersicht von 2020 mit 12.000 Teilnehmenden fand keinen Unterschied: Der Durchfall dauert mit Probiotika genauso lange wie ohne. Sie schaden nicht, sie kosten nur.

Kohletabletten, Heilerde

Nach westlichen Studien nicht belegt

Binden angeblich Giftstoffe. Für den gewöhnlichen Infekt gibt es keinen Beleg, und sie färben den Stuhl schwarz, was ein Warnzeichen verdeckt.

Antibiotika

Nach westlichen Studien nicht belegt

Gegen Viren wirkungslos, und bei den meisten bakteriellen Durchfällen verlängern sie eher die Ausscheidung. Nur bei bestimmten Erregern oder schweren Verläufen, nach Stuhlprobe und ärztlicher Entscheidung.

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Andere nicht anstecken

Noroviren brauchen zehn Viruspartikel für eine Ansteckung. Ein Toilettengang verteilt Milliarden.

  1. 1Hände waschen, mit Seife

    Nach jedem Toilettengang, vor jedem Essen, 20 bis 30 Sekunden. Desinfektionsgel aus der Handtasche wirkt gegen Noroviren schlecht, Seife und Wasser wirken.

  2. 2Eigene Toilette, eigenes Handtuch

    Wenn möglich. Toilette und Griffe täglich putzen, mit einem Reiniger, der Noroviren erfasst, oder einfach gründlich mit Seife. Wäsche bei 60 Grad.

  3. 3Zwei Tage nach dem letzten Erbrechen oder Durchfall zu Hause bleiben

    So lange ist man noch ansteckend. Das gilt für Arbeit, Schule und Besuche bei Älteren.

  4. 4Kita, Schule, Lebensmittel: bitte Bescheid sagen

    Kinder unter sechs dürfen erst wieder in die Kita, wenn sie zwei Tage beschwerdefrei sind. Wer beruflich mit Lebensmitteln umgeht, darf erst wieder arbeiten, wenn die Praxis das freigibt. Beides ist gesetzlich geregelt; sagen Sie es uns am Telefon.

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Aus anderen Heiltraditionen

Zum Weiterlesen. Bei jedem Punkt steht, wie gut er nach westlichen Studien belegt ist.

Ingwer gegen Übelkeit

Asien

Einige Studien, kleine Wirkung

Als Tee oder frisch. Bei Übelkeit in der Schwangerschaft und nach Operationen in Studien wirksam; für den Magen-Darm-Infekt nicht eigens untersucht, aber unbedenklich.

Geriebener Apfel

Europa

Wenige, kleine Studien

Das Pektin bindet Wasser im Darm. Kleine Studien bei Kindern zeigen einen geringen Effekt. Als leichte Kost in jedem Fall geeignet.

Schwarztee, Heidelbeeren

Europa

Wenige, kleine Studien

Gerbstoffe ziehen die Darmschleimhaut zusammen. Als Hausmittel seit Generationen, als Studie kaum. Schwarztee zählt zugleich als Flüssigkeit.

Hühnerbrühe, Reiswasser

überall

Einige Studien, kleine Wirkung

Salz, Wasser, etwas Stärke: Das ist fast eine Elektrolytlösung. Reiswasser war der Vorläufer der Trinklösung der Weltgesundheitsorganisation.

Fenchel, Kümmel, Anis

Europa, Orient

Nach westlichen Studien nicht belegt

Gegen Blähungen und Krämpfe angenehm, auf die Dauer des Infekts ohne nachgewiesene Wirkung.

Fasten „zum Ausruhen des Darms“

Europa

Schadet eher

Der Darm erholt sich schneller, wenn er etwas zu tun hat. Essen, sobald Appetit da ist, verkürzt den Durchfall eher.

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Kurz geprüft: Was nehmen Sie mit?

Fünf Fragen für alle, die mögen. Ohne Note.

1. Was ist bei einem Magen-Darm-Infekt die wichtigste Behandlung?

2. Cola und Salzstangen bei Durchfall: gute Idee?

3. Wie lange ist man nach einem Norovirus-Infekt noch ansteckend?

4. Was bringen Probiotika bei akutem Durchfall?

5. Ihr Stuhl ist schwarz wie Teer. Was tun Sie?

Keine Note, kein Zeitdruck. Ihr Stand wird auf diesem Gerät gemerkt.

Was diese Seite nicht kann

Sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine Untersuchung. Sie gilt für sonst gesunde Erwachsene. Für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, Menschen über 75 und bei Herz-, Nieren- oder Immunschwäche gelten andere Regeln: Bitte melden Sie sich früh.

Version 1.0 · Ärztlich geprüft am 7. Oktober 2026 · nächste Durchsicht bis 7. Oktober 2027
  • 7. Oktober 2026Freigabe: Wegweiser, Trinkrechner mit Hausrezept, Probiotika ohne Nutzen, Loperamid nach Packungsbeilage, Ansteckung. Quellen: Collinson 2020 (Cochrane); Freedman 2018.

Geprüft von Stefan Höhne, Facharzt für Allgemeinmedizin. Neue Studien und Leitlinien werden bei der nächsten Durchsicht eingearbeitet; Änderungen stehen hier mit Datum.

Quellen: Collinson und Kollegen, Cochrane 2020 (Probiotika); Freedman und Kollegen, NEJM 2018; Weltgesundheitsorganisation (Trinklösung); Robert Koch-Institut (Noroviren, Ansteckung); Infektionsschutzgesetz §§ 34 und 42. Ärztlich verantwortet von Stefan Höhne, Facharzt für Allgemeinmedizin. Die Seite ist unabhängig: kein Sponsor, keine Werbung, keine Handelsnamen. Alle Patienteninformationen